Heiliges Grab
Ein Kunstwerk von besonderer Art und Schönheit ist das Heilige Grab. Es ist wohl der größte Kunstschatz des Ortes. Die Herkunft bzw. die Aufstellung in Diedorf sind eng mit den Freiherrn von Harstall verbunden. Deren Besitzungen erstreckten sich von Mihla bis nach Diedorf. Einer Sage nach war es zur Zeit der Bauernkriege im südlichen Hainich verstreckt und wurde vermutlich 1607 entdeckt.
Das Heilige Grab war zunächst außerhalb der Kirche an der Südseite, in einer 1728 erbauten Kapelle, und beim Neubau der Kirche 1895 in einem Anbau (der jetzigen rechten Sakristei) aufgestellt und nur von außen zugängig. Durch dieses Kunstwerk war Diedorf in langer früherer Zeit (Anfang 17. bis Ende 19. Jahrhundert) ein Wallfahrtsort. Der Opferstock stammt noch aus dieser Zeit. Die Steinmetzarbeit stellt etwa lebensgroß die Grablegung Christi eindrucksvoll dar. Acht Personen sind an dieser Grablegung beteiligt:
Joseph von Arimathäa, (am Kopfende) im Gewand eines vornehmen Ratsherren,
Nikodermus, (zu Füßen) als jüdischer Schriftgelehrter gekleidet,
Maria Magdalena (links),
Maria, die Mutter Jesu,
Johannes, der Lieblingsjünger,
Maria Salome,
Veronika und
Johanna.
Nach der eingemeißelten Inschrift wurde das Heilige Grab 1501 geschaffen. Der Sarkophag besteht aus einem einzigen Stein, ebenso ist die Personengruppe beim Haupte des Heilandes aus einem Stein gehauen.
Ursprünglich war das Monument in Naturstein belassen, wurde aber 1827 und später 1897 farbig gestaltet. Pfarrer Köhler war der Initiator dafür, dass das Heilige Grab wieder für jedermann sichtbar wurde und die ihm gebührende Beachtung erfuhr. Er veranlasste, dass das Denkmal, aus dem nur von außen erreichbarem Anbau wieder ins Kircheninnere gebracht wurde. Von Diedorfer Mauern und Arbeitern wurde eine Nische an der Nordseite, gegenüber dem Seiteneingang, angebaut und am 29.7.1946 der Transport der Figuren vorgenommen. Im Jahr 2001 wurde zum Patronats- und Gemeindefest im Juni das Kunstwerk unter Leitung des Denkmalschutzes restauriert und der farbige Anstrich erneuert worden. Obwohl dies nicht dem ursprünglichen Aussehen entspricht, wird es als gelungen und ansprechend empfunden.
Quelle: Chronik von Diedorf 1930-2000